Was liegt in Wand und Boden?
Liegt an Leitungen die übliche Wechselspannung von 230 Volt bei 50 Hertz an, gehen von ihnen elektrische Wechselfelder aus. Solange eine Leitung unter Spannung steht, besteht dieses Feld auch ohne eingeschalteten Verbraucher und ohne fließenden Betriebsstrom.
Leitungen können in der Wand am Kopfende und im Boden neben dem Bett liegen. Auch die Zuleitung zur Leuchte im Untergeschoss kann im Bodenaufbau des Schlafzimmers verlaufen.
Unter dem Bett liegt eine wassergeführte Fußbodenheizung. Ob sich Felder aus der Umgebung an leitfähige Teile der Heizungsanlage ankoppeln und am Bett messbar werden, hängt von der Installation ab. Die tatsächliche Feldstärke messen wir an der Liegeposition.

Was befindet sich hinter dem Kopfteil?
Hinter der Kopfwand kann ein Kinderzimmer, Büro oder Vorhaus liegen – in manchen Fällen auch eine Küche mit dem Elektroherdanschluss oder ein Wohnzimmer mit TV, Router und weiteren Geräten am Wohnverbau. Die Steckdosen, Schalter und Anschlüsse im Nachbarraum benötigen Leitungen, die in derselben Wand verlaufen können, an der im Schlafzimmer das Bett steht.
Stehen die Leitungen unter Spannung, besteht ihr elektrisches Wechselfeld auch dann, wenn im Nachbarraum kein Gerät eingeschaltet ist. Ob und wie stark es sich am Bett messen lässt, hängt von Leitungsführung, Wandaufbau und Abstand ab. Deshalb beziehen wir angrenzende Räume in die Messung ein.

Warum kann die Steckerstellung einen Unterschied machen?
Viele Nachttischleuchten haben einen einpoligen Schalter. Je nach Stellung eines drehbaren Eurosteckers kann dieser den Außenleiter oder den Neutralleiter unterbrechen. In der gezeigten Verdrahtung reichen die roten Feldlinien links bis zur Bettmitte, während sie rechts am ausgeschalteten Schalter enden.

Ein Blick in den Schalter
Der blaue Neutralleiter läuft im gezeigten Schalter durch. Der braune Außenleiter ist am geöffneten Schaltkontakt unterbrochen. Wird der Stecker gedreht, kann der Außenleiter auf der durchgehenden Seite liegen und trotz ausgeschalteter Leuchte bis hinter den Schalter reichen.
Wir messen beide Steckerstellungen am Bett und markieren anschließend die günstigere Orientierung.

Was passiert, wenn die Motoren stillstehen?
Verstellbare Lattenroste bringen Motoren, Zuleitungen und einen Verteiler direkt ans Bett. Solange die Komponenten eingesteckt sind und Netzspannung anliegt, können elektrische Wechselfelder an der Liegefläche messbar sein – auch nachts, wenn niemand den Lattenrost verstellt.
Beim Verstellen kommen die Felder des laufenden Motors hinzu. Metallteile können die Feldverteilung beeinflussen. Wir messen beide Liegeplätze und vergleichen den eingesteckten mit dem ausgesteckten Zustand.

Wie nah sind Netzleitung und Ladegerät am Bett?
Ein Verteiler unter dem Kopfende verlängert die Netzinstallation bis nahe an die Liegefläche. Solange Netzspannung anliegt, bestehen an seiner Zuleitung und seinen spannungsführenden Teilen elektrische Wechselfelder – auch wenn gerade kein Smartphone lädt.
Am Ladekabel des Smartphones liegt eine niedrigere Ausgangsspannung an; dort mögliche elektrische Felder sind nicht mit dem 50-Hertz-Feld der Netzleitung gleichzusetzen. Die roten Linien und ihr ungefährer Abstand von 40 Zentimetern sind schematisch: Sie zeigen keine feste Feldgrenze und keine Messwertskala.

Welche Felder lassen sich am Federkern messen?
Boxspringbetten können viele Stahlfedern in Matratze und Unterbau enthalten. Der Stahl kann magnetisiert sein und das statische Magnetfeld am Liegeplatz verändern. Wie stark das an einem bestimmten Bett ausgeprägt ist, lässt sich vor Ort messen.
Außerdem können sich elektrische Wechselfelder aus der Umgebung an leitfähige Bettteile ankoppeln. Solche Felder stammen beispielsweise von spannungsführenden Leitungen und Steckdosen in Bettnähe. Ob dadurch an der Liegefläche höhere Werte auftreten, prüfen wir durch Messungen direkt am Bett und durch den Vergleich verschiedener Schaltzustände.
Der Federkern erzeugt ohne elektrischen Anschluss selbst kein 50-Hertz-Magnetfeld. Die roten Linien veranschaulichen mögliche Feldverläufe; ihre Stärke und Ausbreitung sind nicht maßstabsgetreu.

Welche elektrischen Felder messen wir am Wasserbett?
Unter den Wasserkernen liegen elektrische Heizmatten. Ihre Zuleitungen und Temperaturregler befinden sich direkt am Bett; je nach Temperaturbedarf schaltet die Heizung ein und aus. Am Kopfende liegen oft Dreifachverteiler für Heizung, Nachttischleuchte und Ladegeräte. Solange Teile der Installation unter Spannung stehen, können elektrische Wechselfelder auch dann bestehen, wenn die Heizung gerade nicht heizt.
Bei unseren Messungen finden wir an Wasserbetten häufig höhere elektrische Feldwerte an der Liegefläche als an herkömmlichen Matratzen. Dabei betrachten wir sowohl die Heizung und ihre Anschlüsse als auch eine mögliche Ankopplung von Feldern aus der umgebenden Elektroinstallation. Ob und wie stark sich die einzelnen Quellen am konkreten Bett auswirken, prüfen wir durch Messungen bei unterschiedlichen Schalt- und Anschlusszuständen.
Die roten Feldlinien veranschaulichen mögliche Verläufe; die tatsächlichen Werte und die Feldverteilung bestimmen wir direkt an der Liegeposition.
Als Nächstes geht es um Funk: Die ersten fünf Bilder behandeln elektrische Wechselfelder von Leitungen und Geräten, Bild 6 den Federkern und Bild 7 das Wasserbett. In den nächsten Bildern veranschaulichen rote Wellen hochfrequente Funksignale.

Was kommt durch die Außenwand bis zum Bett?
Mobilfunkanlagen senden hochfrequente elektromagnetische Felder. Je nach Lage des Gebäudes, Ausrichtung der Antennen und Aufbau der Außenwand können ihre Signale auch in Schlaf- und Kinderzimmer gelangen. Eine Wand dämpft das Signal, schirmt es aber nicht grundsätzlich vollständig ab.
In meiner Messpraxis finde ich an manchen Liegeplätzen deutlich höhere hochfrequente Werte als in anderen Räumen desselben Hauses. Aus dem bloßen Blick auf einen Sendemast lässt sich die Belastung am Bett jedoch nicht bestimmen: Auch Fenster, Nachbargebäude, Reflexionen und Funkquellen im Haus beeinflussen die Situation.
Deshalb messen wir direkt an der Liegeposition. Dabei prüfen wir, welche hochfrequenten Felder dort tatsächlich ankommen und welche Quellen sich vor Ort zuordnen lassen. Die roten Linien im Bild veranschaulichen den Übertragungsweg.

Welche WLAN-Signale erreichen den Schlafplatz?
Der eigene WLAN-Router steht oft im Wohnraum oder Flur. Ein WLAN-Verstärker kann näher am Schlafzimmer eingesteckt sein. Auch Router in benachbarten Wohnungen können Signale senden, die durch Wände oder Decken bis zum Bett gelangen.
Wie viel davon am Schlafplatz ankommt, lässt sich nur vor Ort messen. Wir erfassen die hochfrequenten Felder an der Liegeposition und vergleichen bei Bedarf die Situation mit eingeschalteten und ausgeschalteten Geräten im eigenen Haushalt. So können wir eigene Quellen besser einordnen und gezielte Empfehlungen besprechen.

Welche Geräte funken in der Nähe des Betts?
Ein Smartphone am Nachttisch kann über Mobilfunk, WLAN oder Bluetooth senden. Im angrenzenden Zimmer können auch Laptop und Drucker eine Funkverbindung nutzen. Ob ein Gerät gerade funkt, hängt von seinen Einstellungen und seinem Betriebszustand ab.
Wir messen die hochfrequenten Felder direkt an der Liegeposition und vergleichen bei Bedarf einzelne Geräte und Funkfunktionen im ein- und ausgeschalteten Zustand. So lässt sich klären, welche Quellen am konkreten Schlafplatz eine Rolle spielen. Mehr Abstand zum Bett oder das Abschalten nicht benötigter Funkfunktionen können die Messwerte verändern.

Was ist an Ihrem Schlafplatz tatsächlich messbar?
Die Illustrationen zeigen typische Quellen rund um ein Bett. Bei der Messung vor Ort erfassen wir die konkrete Situation an den Liegeplätzen und prüfen, welche Leitungen, Geräte oder Funksignale dort messbar sind.
Wir vergleichen bei Bedarf unterschiedliche Anschluss- und Betriebszustände und besprechen die Ergebnisse verständlich. Die tatsächlichen Werte hängen von Gebäude, Installation und Geräten ab. Die gezeichneten Feldlinien der Illustrationen sind keine Messwerte.
Was lässt sich am Schlafplatz verbessern?
Netzleitungen, Verteiler, Ladegeräte und funkende Geräte nach Möglichkeit weiter von der Liegefläche entfernt platzieren.
Nicht benötigte Geräte und Zuleitungen gezielt spannungsfrei schalten und nicht benötigte Funkfunktionen ausschalten. Bei Nachttischleuchten mit einpoligem Schalter prüfen wir beide Steckerstellungen und markieren nach der Messung die günstigere Polung.
Für passende Anwendungen gibt es geschirmte Installationsleitungen, Elektroverteiler, Verlängerungskabel und Nachttischleuchten sowie Abschirmgewebe, Abschirmfarben und Abschirmvorhänge. Auswahl und fachgerechter Anschluss hängen von der konkreten Installation ab. Bei hochfrequenten Feldern von außen kommen je nach Messergebnis und Bauweise auch geeignete Abschirmmaterialien an Wand oder Fenster infrage. Wir prüfen die Wirkung einer Maßnahme am Schlafplatz, bevor wir sie empfehlen.
Unsere Empfehlung entsteht aus den Messwerten: Wir ordnen Quellen zu, besprechen geeignete Schritte und überprüfen nach Möglichkeit deren Wirkung direkt am Bett.
Eine Messung ist keine medizinische Diagnose. Aus einem Messwert allein lässt sich die Ursache von Schlafbeschwerden nicht ableiten.
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